HNO Exzellenzzentrum Rhein-Main

Schwerpunkt Onkologie (Mundhöhle, Schlund, Kehlkopf, Hals)

Anatomie und Funktion
Im HNO-Fachgebiet kreuzen sich Speise- und Luftweg. Der obere Speiseweg wird von den Lippen, der Mundhöhle, dem Schlund und der Speiseröhre gebildet. Beim Schlucken sind sehr viele Muskeln beteiligt, damit einerseits ein ungehinderter Transport der Speisen und Getränke in die Speiseröhre gewährleistet wird. Anderseits muss verhindert werden, dass Speisen oder Flüssigkeit in den Luftweg gelangen.

Dieser wird von der Nase, dem Nasenrachen, dem Schlund, Kehlkopf und Luftröhre gebildet.
Der Kehlkopf dient mit seiner kompliziertem Aufbau aus verschiedenen Knorpeln, Muskeln und Bändern nicht nur der Trennung von Luft- und Speiseweg. Mittels der Stimmlippen ist er für die Stimmbildung notwendig.

Erkrankungen und Symptome
Während sich Erkrankungen des Speiseweges vordergründig durch Schmerzen und Schluckbeschwerden äußern, ist bei Erkrankungen des Kehlkopfes die Heiserkeit ein führendes Symptom.

Bösartige Erkrankungen in diesem Bereich treten besonders bei Rauchern häufig auf. Eine Heiserkeit, Schluckbeschwerden, Hals- oder Ohrenschmerzen die mehr als 3 Wochen andauert, müssen durch einen HNO-Arzt geklärt und ein bösartiger Tumor als Ursache ausgeschlossen werden.

Unser Behandlungs- und Operationsspektrum umfasst u.a.:

  • Bösartige Tumore (z.B. Karzinome) 

    • Mundhöhle, 

    • Zunge,

    • Gaumen,

    • Schlund, 

    • Kehlkopf 

  • Laserchirurgie

  • Bösartige Tumore am äußeren Hals

  • Halslymphknotenmetastasen

  • Gutartige Tumore

    • Hämangiome

    • Lymphangiome

    • Stimmlippenpolypen

    • Papillome

  • Stimmverbessernde Operationen bei Stimmlippenstillstand

  • Hypopharynxdivertikel (Zenker)

Primäres Ziel ist die vollständige Tumorentfernung. Gleichzeitig berücksichtigen wir das zweite Ziel des Organerhaltes. Bei vergleichbarem onkologischen Ergebnis empfehlen wir Ihnen das Therapieverfahren, das am wenigsten invasiv ist. Kleine Tumoren können funktionserhaltend und gewebeschonend mit dem CO2-Laser unter dem Operationsmikroskop entfernt werden. Bei größeren Tumoren erfolgt die Rekonstruktion von Gewebedefekten mit lokalen Lappen oder regionaler Gewebeverpflanzung bzw. mikrovaskulär gestieltem Gewebetransfer. Die Sprechfunktion des Kehlkopfes kann durch ein Sprechventil ersetzt werden.

Vor jedem weitergehenden operativen Eingriff erfolgt eine Spiegelung sämtlicher Schluck- und Atemwege (sog. Panendoskopie). Hierbei wird eine Probeentnahme aus dem Tumor oder aus verdächtigem Gewebe und eine Bestimmung der Ausdehnung des Tumors durchgeführt. Zusätzlich sollen weitere Tumoren im HNO-Gebiet ausgeschlossen werden. In allen Fällen erfolgt eine Ultraschalluntersuchung der Kopf- und Hals-Region. Zusätzlich kann ein Computertomogramm (CT) oder eine Kernspintomografie (MRT) erfolgen, um die Ausdehnung des Tumors und des etwaigen Lymphknotenbefalls besser beurteilen zu können.

Eine zusätzliche oder alternative Strahlen- oder Chemotherapie nach den neuesten Therapierichtlinien besprechen wir zusammen mit den Kollegen der Strahlentherapie.

Patienten mit einem Hypopharynxdivertikel (Zenker-Divertikel) operieren wir gewebeschonend von innen, wobei mit dem Laser die Divertikelschwelle durchtrennt wird.

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Wissenschaftliches Kuratorium